Du bist Coach, Trainer:in, Berater:in oder Expert:in und möchtest mehrere Zielgruppen gleichzeitig ansprechen. Das klingt oft erfolgversprechend, doch damit ist eine große Gefahr verbunden: Niemand fühlt sich wirklich gemeint.
In diesem Beitrag schauen wir uns konkrete Beispiele an, worauf du achten musst, und klären, wann unterschiedliche Zielgruppen ein Problem sind – und wann nicht.
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Der große Vorteil einer klaren Zielgruppe
Im Marketing geht es im Grunde immer um eine Sache: Die Menschen, mit denen du arbeiten möchtest, müssen sich wirklich gemeint fühlen. Wenn sie etwas von dir hören oder lesen, müssen sie denken oder spüren:
Das beschreibt mich. Das bin ich.
Diese Person versteht mich wirklich.
Das ist genau für mich gemacht.
Je klarer und eindeutiger deine Zielgruppe, desto leichter gelingt dir das.
Dann bist du für bestimmte Menschen hochrelevant und hast eine Sogwirkung.
Mehrere Zielgruppen
Fall A: Unterschiedliche Zielgruppen
Wenn du zwei oder mehrere Zielgruppen ansprichst, die sehr unterschiedlich sind, gelingt dir diese klare Ansprache nicht.
Das Paradoxe daran: Die Solopreneure, mit denen ich arbeite, sind auf ihrem Gebiet richtig gut. Sie können problemlos mit unterschiedlichen Zielgruppen arbeiten. Und höchstwahrscheinlich kannst auch du bei unterschiedlichsten Menschen etwas Wertvolles bewirken oder deine Lösungen einbringen.
Fachlich funktioniert es meist problemlos. Das Können ist da.
Das Problem entsteht in der Vermarktung.
Beispiel 1: Die Ernährungsberaterin
K. ist Ernährungsberaterin – spezialisiert auf ketogene Ernährung. Sie hat zwei Angebote entwickelt:
- eines für Frauen in den Wechseljahren und
- eines für Triathleten.
Beide haben mit Fettstoffwechseloptimierung zu tun. Sie kann tatsächlich beiden weiterhelfen.
Das sind jedoch zwei sehr unterschiedliche Zielgruppen – in der Identität, in den Problemen, in den Bedürfnissen, in den Lebensphasen und in den Kaufmotiven.
Spricht sie über Hormon-Balance und typische Probleme der Wechseljahre, ist das für Triathleten komplett irrelevant.
Spricht sie über Leistungsoptimierung und Wettkämpfe, fühlen sich Frauen in den Wechseljahren nicht angesprochen – oder sogar abgeschreckt.
Schreibt sie ihren Newsletter für die Frauen, interessiert es die Triathleten nicht.
Schreibt sie für die Triathleten, verliert sie die Frauen.
Dazu noch die Bilder auf Instagram: Zeigt sie Triathleten beim Wettkampf – oder Frauen mit Hormon- und Abnehm-Themen?
Was auch immer sie wählt, sie spricht eine der beiden Gruppen nicht an.
Die einzige Lösung: Sie spricht sehr allgemein über Keto-Ernährung.
Damit verliert sie unweigerlich Relevanz. Keine der beiden Zielgruppen fühlt sich wirklich angesprochen, weil sie nicht über konkrete Situationen und Problemstellungen spricht. Ihr Marketing verpufft.
Beispiel 2: Der Dating-Coach
Ein Dating-Coach handelt sich Probleme ein, weil er gleichzeitig Männer und Frauen ansprechen will. Der Zugang und die Probleme beim Dating sind aber bei diesen beiden Zielgruppen sehr unterschiedlich.
Männer fragen eher: Wie spreche ich eine Frau an? Warum lande ich immer in der Freundschaftsecke? Wie werde ich attraktiver?
Frauen fragen eher: Warum ziehe ich immer wieder die falschen Männer an? Warum binden sich Männer nicht? Wie erkenne ich einen wirklich guten Partner?
Zwei völlig verschiedene Perspektiven auf dasselbe Thema.
Wenn du versuchst, beide gleichzeitig anzusprechen, wird die Kommunikation schnell unklar.
Du triffst den Nagel nicht auf den Kopf und berührst niemanden wirklich.
Beispiel 3: Mein eigener Anfang
Anfangs hab ich nicht klar definiert, dass meine Zielgruppe Solopreneure sind. Ich wollte alle mit einem Soul Business ansprechen. Dabei macht es im Marketing einen riesigen Unterschied, ob du dein Business alleine schupfst oder ein Team hast – das sind andere Herausforderungen, andere Zugänge und andere Lösungen.
Die Unterschiedlichkeit der Zielgruppen erschwert das Marketing massiv.
Das Algorithmus-Problem
Wenn du zwei sehr unterschiedliche Zielgruppen ansprichst, reagieren unterschiedliche Menschen auf deinen Content. Plattformen wie Instagram oder YouTube können dann viel schlechter erkennen, wem sie deinen Content zeigen sollen. Der Algorithmus kennt sich nicht aus – und es wird wesentlich schwieriger, als Experte oder Autorität auf deinem Gebiet wahrgenommen zu werden.
Zwei verschiedene Angebote sind keine Lösung
Viele denken: „Das löse ich über zwei verschiedene Angebote.“
Theoretisch ja – aber im Marketing wird’s damit immer schwammig.
Vor allem als Solopreneur mit beschränkten Ressourcen.
Vor allem, wenn du noch kein stabiles Business hast, das dich trägt.
Vor allem, wenn Marketing ohnehin nicht deine größte Stärke ist.
Halt’s einfach. Das macht dein ganzes Leben so viel leichter.
Fall B: Mehrere Zielgruppen, die zusammenpassen
Zwei Zielgruppen oder mehrere Zielsegmente müssen kein Problem sein.
Du kannst problemlos Männer und Frauen ansprechen, wenn du z. B.:
- KI-Trainer für Selbstständige bist und zeigst, wie sie KI-Tools für Content-Erstellung nutzen
- als Personal Trainerin auf Triathlon-Training spezialisiert bist
- Selbstständigen zeigst, wie sie einen erfolgreichen YouTube-Kanal aufbauen
- Coach für Speaker bist und bei Bühnenauftritten und Präsentationen hilfst
In all diesen Fällen musst du nicht zwischen Männern und Frauen unterscheiden – weil die Probleme, Herausforderungen und Wünsche dieselben sind.
Beispiel 4: Meine Zielgruppe heute
Ich arbeite mit Solopreneuren, die wirklich gut auf ihrem Gebiet sind, aber Probleme haben, ihr Können zu vermarkten. Ob das Berater, Coaches, Expert:innen, Kreative, Energetiker:innen oder Therapeut:innen sind – und ob Männer oder Frauen – ist vollkommen gleichgültig. Das Problem ist dasselbe.
Das Geschlecht, die Rolle oder andere Merkmale sind bei deiner Zielgruppen-Definition nur dann wirklich wichtig, wenn sich daraus unterschiedliche Problemstellungen ergeben.

Fazit: Die Wahl deiner Zielgruppe
Wähle deine Zielgruppe so klar, dass die Menschen, die du ansprichst, dieselben Probleme, Herausforderungen und Wünsche haben – oder in einer ähnlichen Situation stecken. Dann kann dein Marketing wirklich ins Schwarze treffen.
Die Aufgabe an dich:
- Was sind die Probleme, Herausforderungen, Bedürfnisse, Wünsche und Sehnsüchte deiner Zielgruppe?
- Bei mehreren Zielgruppen: Wo sind die Überschneidungen – und wie stark sind sie?
- Schnapp dir am besten einen Zettel und schreib es auf. Je leichter das geht, desto klarer bist du.
Und desto schneller siehst du, wer nicht zusammenpasst.
Oder merkst du generell, dass es dich zerreißt – dass es in unterschiedliche Richtungen geht?
Oder fehlt dir die Klarheit über deine Zielgruppe noch? Dann setz unbedingt hier an.
Wenn du deine Zielgruppe(n) finden oder nachschärfen möchtest, komm in mein 👉 Positionierungs-Lab.
Let’s lead with soul!
Su


